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	<title>east side stories</title>
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	<description>Reiseberichte von Jakob Steigerwald</description>
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		<title>east side stories</title>
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		<title>Die Tibetfrage</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Apr 2008 12:49:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>steigerwald</dc:creator>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Tibet]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Tibetfrage hat sicher den einen oder anderen von euch in letzter Zeit beschäftigt. Obwohl ich hier einiges näher an Tibet bin als wohl die meisten von euch, bekomme ich nicht mehr davon mit, und ausrichten kann ich von hier auch nicht mehr als ihr. Mich hier mit einem Transparent auf die Straße zu stellen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=steigerwald.wordpress.com&amp;blog=2492584&amp;post=21&amp;subd=steigerwald&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Tibetfrage hat sicher den einen oder anderen von euch in letzter Zeit beschäftigt. Obwohl ich hier einiges näher an Tibet bin als wohl die meisten von euch, bekomme ich nicht mehr davon mit, und ausrichten kann ich von hier auch nicht mehr als ihr. Mich hier mit einem Transparent auf die Straße zu stellen wäre ziemlich blauäugig.</strong></p>
<p>Ich möchte aber versuchen euch die Lage einmal aus dem chinesischen Blickwinkel zu schildern. Das ist nicht ganz so einfach wie man sich das vorstellt. Denjenigen die Ostasien noch nicht genauer kennenlernen durften kann ich nur sagen: Diese Kultur ist so andersartig als unsere, dass wir bevor wir ein Urteil über China machen seine grundlegenden Denkstrukturen erlernen sollten. Unser Problem ist, wir wissen so gut wie gar nichts über die ostasiatischen Kulturen, während diese sehr viel über uns wissen. Wie oft schon bin ich in meiner Zeit hier in die peinliche Situation geraten, dass mir ein Chinese eine so detaillierte Frage über das Leben Bismarks, oder eine Passage der Bibel gestellt hat, dass ich nicht im entferntesten eine Antwort hätte geben können.</p>
<p>Die Andersartigkeit der Kultur begegnet mir auch oft genug im Alltag. Die chinesische Sprache lernt sich nicht so einfach wie eine europäische Sprache, wo man einfach ein bisschen die Grammatik paukt, und die Bedeutung der meisten Wörter entweder raten oder im Lexikon nachschlagen kann. Im Chinesischunterricht heißt es oft wenn es um die Übersetzung eines Wortes geht: &#8222;Sorry, no translation&#8220;. Könnt ihr euch das vorstellen, für manche Wörter gibt es nicht einmal annähernd eine Übersetzung. Die Verwendung läßt sich nur anhand von Beispielen mühsam erlernen.</p>
<p>Demzufolge gibt es auch für die chinesische Sicht der Lage in Tibet keine Übersetzung in unsere Denkweise. Ich kann nur versuchen euch zu erklären, was ich bisher über die chinesisch Denkweise gelernt habe. Ich denke wie die Lage in Tibet wirklich ist wisst weder ihr mit Westfernsehen noch ich mit staatlich zensiertem Fernsehen. Der Gedanke unsere freien Medien würden möglichst realitätsnah Bericht erstatten ist meiner Ansicht nach eine Illusion. In China zeigen die Medien das, was der Staat das Volk sehen lassen will, bei uns zeigen sie das was das Volk sehen will. Beides entspricht nich der Realität.</p>
<p>In China ist persönliche Freiheit verglichen mit unserer Gesellschaft relativ unwichtig. Im Vordergrund steht das große Ganze, die Nation, der Fortschritt des eigenen Volkes. Dafür ist man bereit sich unterzuordnen, eine Eigenschaft die wir wohl nicht so schnell verstehen werden. Sich unterordnen ist eigentlich das falsche Wort, denn es hat bei uns einen negativen Beiklang. Man sollte viel eher sagen, in China folgt man immer einem Lehrer, der einem den richtigen Weg zeigt. Respekt und Vertrauen gegenüber diesem Lehrer sind unendlich viel größer als bei uns.</p>
<p>In vielen Fällen ist der Staat, die Kommunistische Partei Chinas, der Lehrer. Das Fernsehen ist die Lehrstunde. In China ist jedem bewußt, dass das, was im Fernsehen gezeigt wird sorgfältig von der Partei ausgesucht wird. Das ist aber OK, denn der Staat ist der Lehrer. Er hat mehr Erfahrung und einen besseren Überblick, warum soll man ihm also nicht vertrauen?</p>
<p>Jetzt aber zu Tibet. Tibet ist ein Teil Chinas, ob das Rechtens ist oder nicht ist eine andere Frage die zu erörtern noch einiges komplizierter wäre. Demonstrieren ist in China verboten, ein ganz einfaches Gesetz, so wie es bei uns verboten ist Autos anzuzünden. Wer sich nicht daran hält, verstößt eben gegen das Gesetz. Warum es verboten ist, das habe ich versucht in den vorherigen beiden Absätzen zu erklären.</p>
<p>Schauen wir mal nach Europa, wo es ja auch verschiedene Unabhängigkeitsbestrebungen gibt. Zum Beispiel in Russland, einem Land das ja unsere Werte teilt. In Tschetschenien werden monatlich eine Garnission junger Russen und ein Tschetschenischer Landkreis verheizt, aber das interessiert niemand. Tschetschenen sind eben nicht so exotisch wie Tibeter. Darf man eigentlich im Irak demonstrieren? Ich glaube wir können froh sein, dass die Chinesen mehr Fingespitzengefühl für die Lösung solcher Konflikte haben als wir Westler. wie ich es auf meiener Tibetreise erlebt habe geht es den Tibetern nicht schlecht in der jetzigen Situation, allemal besser als jeder eurpäischen Kolonie vor 50 Jahren.</p>
<p>Nicht dass ihr denkt ich sei hier in China total von der Bahn gekommen. Ich denke natürlich nach wie vor Proteste gegen die Tibetpolitik sind richtig. Allerdings sollten wir auch versuchen die Chinesen zu verstehen. China ist ein so großes Land, mit einer so reichen Kultur und so schnell wachsenden Bedeutung. Wir sollten herunter kommen von unserem hohen Roß. Max Frisch sagte schon nach seiner Chinareise 1975: &#8222;Wir sind nicht das Wunschbild der Chinesen, unser Urteil also nicht das Maß für ihre Anstrengungen&#8220;.</p>
<p>Ansonsten gehts mir gut hier in Peking. Jeden Morgen radel ich die 6 km zur Uni. Dabei habe ich die Wahl zwischen einer Strecke über kleine Nebengässchen und Sandpisten und dem 12-spurigen Jingtong-Highway. Beides nicht optimal, aber da ich gerne spät dran bin morgens ist es dann meistens die Autobahn. An der Uni verbring ich meistens den ganzen Tag, unterhalte mich mit Chinesen, pauke Schriftzeichen usw. Das Leben an einer chinesischen Uni ist echt etwas besonderes, vielleicht schreib ich darüber nächstes mal. Dann wieder mit mehr Humor und weniger Politik.</p>
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		<title>Beijing by bike</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Mar 2008 18:29:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>steigerwald</dc:creator>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrrad]]></category>
		<category><![CDATA[Peking]]></category>

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		<description><![CDATA[Mittlerweile bin ich in Peking angekommen und lebe bei der Familie meiner Freundin Fang Fei. Sie leben in einem kleinen Ziegelhaus am Rande Pekings in dem Standtviertel &#8222;Fang Jia Cun&#8220; (Heimat der Fangs). Papa Fang hat wie viele Chinesen eine Leidenschaft für Haustiere. Neben fünf Hunden und einer stolzen Sammlung Singvögeln trägt er unter seinem [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=steigerwald.wordpress.com&amp;blog=2492584&amp;post=20&amp;subd=steigerwald&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mittlerweile bin ich in Peking angekommen und lebe bei der Familie meiner Freundin Fang Fei. Sie leben in einem kleinen Ziegelhaus am Rande Pekings in dem Standtviertel &#8222;Fang Jia Cun&#8220; (Heimat der Fangs). Papa Fang hat wie viele Chinesen eine Leidenschaft für Haustiere. Neben fünf Hunden und einer stolzen Sammlung Singvögeln trägt er unter seinem Mantel ständig eine 10 cm lange Grille mit sich, sicher verstaut in einem hohlen Kürbis. Am Anfang dachte ich das Zirpen wäre der neuste Klingelton.</p>
<p></strong></p>
<p>Die ersten Tage habe ich versucht mich ein bisschen mit Peking vertraut zu machen. Die Orientierung fällt recht leicht. Es gibt die Nord-Süd- und Ost-West-Achse die durch die sechs Autobahnringe verbunden sind. Der sechste Autobahnring hat einen Durchmesser von 50 km. Alles was da außerhalb ist, ist wirklich weit vom Zentrum weg.</p>
<p>Um besser voran zu kommen habe ich mir ein Fahrrad gekauft. Ich kenne keine Stadt die besser zum Fahrradfahren geeignet ist. Alles ist so breit angelegt, dass für ein Fahrrad immer Platz ist. Unter den Autobahnen verläuft meistens sogar eine richtige Fahrradautobahnen, vierspurig und nur für Fahrräder und Eselkarren zugelassen.</p>
<p>Die Verkehrsregeln in China lassen sich recht einfach zusammenfassen, ja sogar mathematisch formulieren: Vorfahrt = MAX(Pferdestärken_Fahrzeug_A, Pferdestärken_Fahrzeug_B). Wer in Mathe nicht aufgepasst hat, das bedeutet Vorfahrt hat immer der Stärkere. Des Weiteren gilt die Antiproportionalität zwischen Hupbereitschaft und Bremsbereitschaft eines Verkehrsteilnehmers sowie die Summe aller Situationen mit denen man zu rechnen hat tendiert gegen unendlich.</p>
<p>Da rote Ampeln nur für Autos bindend sind, und die endlosen Staus sich meistens auf Autospuren und Gesteige beschränken ist Fahrrad wirklich das angenehmste und schnellste (auch wenn man nie Vorfahrt hat). Ja ihr habt richtig gelesen, zur Rush Hour sind so viele Fußgänger unterwegs, dass die Gehsteige an Kreuzungen und Bushaltestellen notorisch verstopfen. Dabei ist ein interessantes Phänomen zu beobachten, die Energie der Masse. Oft kommt es vor, dass eine riesige Menschenmasse, die an einer Kreuzung darauf wartet die Strasse überqueren zu können einfach losläuft, und nichts und niemand kann sie daran hindern. Die Autos müssen bremsen und auch die Polizeilegion, die jede große Kreuzung bewacht, ist machtlos.</p>
<p>Nächste Woche werde ich in eine Wohnung nahe der Uni ziehen und anfangen Chinesisch zu studieren. Meine Uni, die &#8222;School of International Cultural Exchange of Beijing International Studies University&#8220; liegt am östlichen 5. Autobahnring. Das ist weit genug vom Zentrum entfernt um sparsam leben zu können. Das Zentrum selber, die Pekinger Hutongs, sind sündhaft teuer und sehr verlockend. Kleine krumme Gässchen, Kneipen und Livemusik an jeder Ecke&#8230; eine absolute Rarität in China.</p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/steigerwald.wordpress.com/20/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/steigerwald.wordpress.com/20/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/steigerwald.wordpress.com/20/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/steigerwald.wordpress.com/20/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/steigerwald.wordpress.com/20/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/steigerwald.wordpress.com/20/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/steigerwald.wordpress.com/20/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/steigerwald.wordpress.com/20/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/steigerwald.wordpress.com/20/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/steigerwald.wordpress.com/20/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/steigerwald.wordpress.com/20/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/steigerwald.wordpress.com/20/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/steigerwald.wordpress.com/20/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/steigerwald.wordpress.com/20/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/steigerwald.wordpress.com/20/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/steigerwald.wordpress.com/20/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=steigerwald.wordpress.com&amp;blog=2492584&amp;post=20&amp;subd=steigerwald&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Kulinarisches im Zug</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Feb 2008 15:24:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>steigerwald</dc:creator>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sibirien]]></category>
		<category><![CDATA[Transsib]]></category>

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		<description><![CDATA[Die meisten Leute in der Transsib sind bereits von traditionell Russischer Verpflegung zur chinesischen Instant-Nudelsuppe übergetreten. Mit dieser läßt sich zwar innerhalb kürzester Zeit eine warme Malzeit zubereiten, sie kann aber auch dazu führen, dass eine 3-tägige Zugfahrt mehr einem Krankenhausaufenthalt ähnelt als einer Reise. Das äußere Erscheinungsbild der meisten Mitreisenden passt auch dazu: Legere [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=steigerwald.wordpress.com&amp;blog=2492584&amp;post=19&amp;subd=steigerwald&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong></p>
<p align="justify">Die meisten Leute in der Transsib sind bereits von traditionell Russischer Verpflegung zur chinesischen Instant-Nudelsuppe übergetreten. Mit dieser läßt sich zwar innerhalb kürzester Zeit eine warme Malzeit zubereiten, sie kann aber auch dazu führen, dass eine 3-tägige Zugfahrt mehr einem Krankenhausaufenthalt ähnelt als einer Reise. Das äußere Erscheinungsbild der meisten Mitreisenden passt auch dazu: Legere Trainingshose, Badelatschen, Unterhemd, Sturmfrisur da nicht gekämmt nach dem Aufstehen und jede Bewegung wird so langsam wie möglich gemacht um Anstrengung zu vermeiden und Zeit zu verbrauchen.</p>
<p></strong></p>
<p align="justify">Nachdem ich in Moskau ein paar Runden gedreht habe (da in den Metrostationen kaum etwas ausgeschildert ist und meine Kenntniss des Moskauer U-Bahn Systems auch recht bescheiden ist bin ich 1,5 mal mit der Ringbahn im Kreis gefahren) saß ich im Zug Richtung Irkutsk.</p>
<p align="justify">Damit komme ich wieder zurück auf die chinesische Chemieindustrie: Ich selber hatte mich natürlich auch für 3,5 Tage mit den Instant-Suppen eingedeckt. Wer diese Suppen nicht kennt, es handelt sich dabei um einen Pappbecher der neben einer mini Plastikgabel ein Tütchen getrocknetes Grünzeug (rein optisch könnte es sich auch um das handeln, was eine vierköpfige Familie nach dem Essen unter dem Tisch zusammenkehrt), ein Tütchen Fleischgeschmackpulver, ein Päckchen weißes Fett und quadratisches Packet Nudeln enthält.</p>
<p align="justify">Dieses Packet besteht aus einer einzigen, in Schleifen gelegten Nudel. Für Europäer eigentlich nicht mit Anstand genießbar, stellt es es für den chinsischen Konsumenten kein Problem dar, da hier die Essmanieren eine dauerhafte Verbindung zwischen Teller und Mund erlauben.</p>
<p align="justify">Beim zusammenstellen der Suppe aus den vielen erlesenen Zutaten kann man sich schon ein bisschen wie ein Feinschmecker vorkommen. Tatsächlich ist der Geschmack, nachdem man heißes Wasser aus dem Samowar drauf gegeben hat und nach 30 s sich alle chemischen Reaktionen vollzogen haben, gar nicht so übel. Allerdings schmeckt jede Suppe genau gleich, egal ob drauf steht Hühnergeschmack, Schrimpsgeschmack oder Rindfleischgeschmack (meistens ist auf der Packung ein fettes, saftiges Steack abgebildet, was beim Kaufen die Hoffnung erweckt, das gleiche sei auch innen drin). Nach 3,5 Tagen hatte ich genug und freute mich auf drei Tage Pause in Irkutsk.</p>
<p align="justify">Auf der Weiterfahrt von Irkutsk nach Peking (nochmal drei Tage) war ich in einer neuen Transsib untergebracht. Mit chinesischem Fernseher in jedem Abteil (zum Glück defekt) und Tischdecke mit Lotuseffekt. Der Fernseher hatte sogar Programmwahltasten, was wirklich ein großer Fortschritt ist gegenüber dem Einheitsvolksradio das in den alten Waggons eingebaut war. Aber wie schon gesagt, der chinesische Qualitätsstandard hat mich vor drei Tagen russischem Fernsehprogramm bewahrt.</p>
<p align="justify">Ein Abteil teilte ich diesmal mit zwei Brüdern aus Krasnojarsk, die zum &#8222;Shoppen&#8220; nach Peking fahren wollten (später teilten sie mir mit sie hätten vor 35 kg Digitalkameras zu kaufen und in ihrer Heimat wieder zu verkaufen) und einer Chinesischstudentin aus Ulan-Ude. Alle drei ungefähr in meinem Alter. Für Kulinarisches hatten die beiden Krasnojarsker bereits gesorgt: Wir hatten fast jeden Abend ein gebratenes Hühnchen im Abteil &#8211; das mit einer Flasche kräftigem russischen Bier runtergespült, einfach herrlich.</p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/steigerwald.wordpress.com/19/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/steigerwald.wordpress.com/19/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/steigerwald.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/steigerwald.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/steigerwald.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/steigerwald.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/steigerwald.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/steigerwald.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/steigerwald.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/steigerwald.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/steigerwald.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/steigerwald.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/steigerwald.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/steigerwald.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/steigerwald.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/steigerwald.wordpress.com/19/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=steigerwald.wordpress.com&amp;blog=2492584&amp;post=19&amp;subd=steigerwald&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Unser Europa waechst</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Feb 2008 11:17:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>steigerwald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Polen]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Warschau]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein klimatisierter Eurocity brachte mich nach Warschau. Die meisten von meinen Mitfahrern waren sehr beschaeftigt, zumeist mit ihren elektronischen Spielzeugen: Laptoptastaturen schnattern, ein Telefon klingelt, mein Sitznachbar studiert aus Langeweile das Menue seines Handys. Fast alle Leute im Zug sind Polen. Deutsche scheinen nicht so viel Interesse an ihrem Nachbarland zu haben, oder sie nehmen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=steigerwald.wordpress.com&amp;blog=2492584&amp;post=14&amp;subd=steigerwald&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify"><b>Ein klimatisierter Eurocity brachte mich nach Warschau. Die meisten von meinen Mitfahrern waren sehr beschaeftigt, zumeist mit ihren elektronischen Spielzeugen: Laptoptastaturen schnattern, ein Telefon klingelt, mein Sitznachbar studiert aus Langeweile das Menue seines Handys.</b></p>
<p align="justify">Fast alle Leute im Zug sind Polen. Deutsche scheinen nicht so viel Interesse an ihrem Nachbarland zu haben, oder sie nehmen das Flugzeug. Das hatte mir auch die nette Dame am DB-Fahrkartenschalter geraten, als ich dort ein paar Stunden vor Abfahrt mein Ticket nach Warschau gekauft habe: &#8222;Sieben Stunden dauert das &#8211; da wuerd ich ja fliegen&#8220;. Zum Glueck wusste die gute Frau nicht wo ich sonst noch so mit dem Zug hinfahr.</p>
<p align="justify">Warschau ist inzwischen eine Stadt wie die meisten industriell gepraegten Staedte Westeuropas: Viel Glas, viel Stahl, alles schoen sauber und ordentlich, aber wenig Kreativitaet. Aufgefallen sind mir in Polen vorallem die vielen Errungenschaften der deutschen Nachkriegsgeschichte wie Lidl, Mediamarkt und Co. So haelt wohl die deuschte Shoppingkultur auch in Polen Einzug: Immer schoen Discounter-Blaettle studieren und dann bei Schnaeppchen gezielt zuschlagen.</p>
<p align="justify">Drei Stunden spaeter sass ich im Zug Richtung Kiev, der Hauptstadt der Ukraine. Zusammen mit einem aelteren ukrainischen Ehepaar war ich in einem Vierbettabteil eines alten russischen Zuges untergebracht. Ich wollte mich schon wie gewoehnlich bei Zugfahrten in Deutschland meiner Lektuere widmen, als Babuschkas Stimme erschallte: &#8222;Junge, wir trinken jetzt erst mal Tee&#8220; in einem Ton der keine Widerrede duldet. Auf dem Tisch hatte sie auch schon drei Tassen Tee und Gebaeck vorbereitet. Willkommen im Osten &#8211; welcome to the east side.</p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/steigerwald.wordpress.com/14/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/steigerwald.wordpress.com/14/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/steigerwald.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/steigerwald.wordpress.com/14/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/steigerwald.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/steigerwald.wordpress.com/14/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/steigerwald.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/steigerwald.wordpress.com/14/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/steigerwald.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/steigerwald.wordpress.com/14/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/steigerwald.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/steigerwald.wordpress.com/14/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/steigerwald.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/steigerwald.wordpress.com/14/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/steigerwald.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/steigerwald.wordpress.com/14/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=steigerwald.wordpress.com&amp;blog=2492584&amp;post=14&amp;subd=steigerwald&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Das Dach der Welt</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Aug 2007 19:28:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>steigerwald</dc:creator>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Lhasa]]></category>
		<category><![CDATA[Tibet]]></category>
		<category><![CDATA[Trekking]]></category>

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		<description><![CDATA[800 Yuan (80 Euro) hat mich der Deal mit dem Busfahrer gekostet. Gegenleistung: er befördert mich nach Lhasa und schmiert die Beamten an den Checkpoints auf dem Weg. Dazu sollte ich kurz die Situation in Tibet erklären: Aufgrund der instabilen politischen Lage und der Sympathie im Westen für tibetische Autonomiebestrebungen hat China ein System zur [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=steigerwald.wordpress.com&amp;blog=2492584&amp;post=8&amp;subd=steigerwald&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
<div align="justify"><b>800 Yuan (80 Euro) hat mich der Deal mit dem Busfahrer gekostet. Gegenleistung: er befördert mich nach Lhasa und schmiert die Beamten an den Checkpoints auf dem Weg. Dazu sollte ich kurz die Situation in <span class="st">Tibet</span> erklären: Aufgrund der instabilen politischen Lage und der Sympathie im Westen für tibetische Autonomiebestrebungen hat China ein System zur strikten Kontrolle westlicher Touristen in <span class="st">Tibet</span> eingeführt: Man braucht eine Einreisegenehmigung, eine Genehmigung zum Reisen in <span class="st">Tibet</span>, und darf nur bestimmte Zonen in <span class="st">Tibet</span> überhaupt bereisen. Die Genehmigungen kosten eine Menge Geld und man bekommt sie im Prinzip nur wenn man sich einer Reisegruppe mit offiziell anerkanntem Führer und Rundumversorgung anschließt (= Pauschalreise).</b></div>
</p>
<p>
<div align="justify">Nachdem ich meine Arbeit bei Goldwind Science &amp; Technology beendet hatte machte ich mich auf Richtung <span class="st">Tibet</span>. Zuerst 14 Stunden mit dem Zug von Urumqi nach Lanzhou, einer mittel kleinen Millionenstadt im Zentrum Chinas, die unter dem traurigen Titel &#8222;dreckigste Stadt der Welt&#8220; bekannt ist. Von dort wollte ich den legendären <span class="st">Tibet</span> Railway nach Lhasa nehmen, die höchste Eisenbahn der Welt. Die Tickets für diese einmalige Eisenbahnstrecke scheinen aber so beliebt zu sein, dass man sie als Normalsterblicher gar nicht am Schalter kaufen kann, sondern nur zu einem Vielfachen des üblichen Preises über irgendwelche Unterhändler oder Reisebüros erwerben kann. Außerdem braucht man wie erwähnt die Einreiseerlaubnis und muss sich so wohl oder übel auch einer Reisegruppe anschließen.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Vor allem aus finanziellen Gründen und um mir letztere Unannehmlichkeit zu ersparen, entschied ich mich für den Weg über den Busfahrer. Von Golmud, dem letzten chinesischen Vorposten vor der tibetischen Grenze ging es dann 24 Stunden über die 4000 bis 5000 m hohe tibetischen Hochebene bis nach Lhasa. Unter den Fahrgästen in dem klapprigen Sleeper-Bus waren neben tibetischen Händlern und Mönchen noch ein paar Chinesen, die sich so reichlich mit Sauerstoffkartuschen und anti-AMS Cocktails (AMS – acute mountain sickness) eingedeckt hatten, dass sie sich in ihrer Koje kaum umdrehen konnten. Ich konnte das ohnehin nicht. Die Schlafkojen hatten gerade einmal die eine Größe, dass es oben und unten sowie seitlich klemmte wenn ich mich hineinlegte.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Die Strasse nach Lhasa führt über drei 5000er Pässe. Schon bei der Auffahrt auf die Hochebene fing mein Kopf an zu dröhnen. Es kam langsam, Meter für Meter Aufstieg wurde das Kopfweh stärker. In dem Bus breitete sich ein Mief aus Schweiß, Erbrochenem und kaltem Rauch aus. Mitten in der Nacht murmelte ein Tibeter hinter mir in gebrochenem Englisch, ich solle auf keinen Fall einschlafen, da das das Kopfweh nur verschlimmern würde. An Schlaf war aber in meinem Zustand sowieso nicht zu denken. Der Straßenbelag hatte teilweise den Zustand eines frisch gepflügten Ackers. Ohne die Augen zu oeffnen spuerte ich durch das stärker werdende Kopfweh und vermehrte Atemnot wenn der Bus wieder einen Pass hinaufkletterte.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Angekommen in Lhasa (3700 m) war alles wieder normal, die Tortur im Bus hatte mich wenigstens an diese Höhe angepasst – und ich habe vor lauter AMS ganz vergessen, dass ich ja eigentlich illegal unterwegs war. Lhasa hat eine schöne tibetische Altstadt, mit engen Gassen, Massen an Pilgern aus allen Teilen Tibets und vielen gemütlichen tibetischen Restaurants mit oft nicht mehr als zwei Tischen, in denen man Yakbuttertee, frischen Ziegenjoghurt und eine Auswahl recht fleischlastiger Speisen bestellen kann.Auf der Reise nach Lhasa hatte ich eine junge Chinesische Abenteurerin kennengelernt. Zwei Tage nach uns traf auch mein Bruder mit Freundin in Lhasa ein. Sie hatten sich ueber eine andere Route auch ohne Erlaubnis eingeschlichen.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Zu viert planten wir nun eine mehrtägige Trekking Tour ohne Führer und Rundumbetreuung in den Bergen nördlich von Lhasa.\u003cbr /\u003e\u003cbr /\u003eAusgeruestet mit Zelt, Schlafsack, Lebensmitteln für acht Tage (hauptsächlich getrocknetes Yakfleisch, Nudeln und Kekse) und 28 l chemischem Sauerstoff für Notfälle machten wir uns auf den Weg. Der öffentliche Bus (den wir offiziell auch nicht hätten besteigen dürfen, weil keine Genehmigung) brachte uns in einen kleinen Ort 60 km nördlich von Lhasa. Von hier aus wollten wir den Nyanqingtangula Gebirgszug zu Nam Tso (4800 m), dem höchsten Salzsee der Welt überqueren.</div>
</p>
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<div align="justify">Ausgerüstet mit Zelt, Schlafsack, Lebensmitteln für acht Tage (hauptsächlich getrocknetes Yakfleisch, Nudeln und Kekse) und 28 l chemischem Sauerstoff für Notfälle machten wir uns auf den Weg. Der öffentliche Bus (den wir offiziell auch nicht hätten besteigen dürfen, weil keine Genehmigung) brachte uns in einen kleinen Ort 60 km nördlich von Lhasa. Von hier aus wollten wir den Nyanqingtangula Gebirgszug zu Nam Tso (4800 m), dem  höchsten Salzsee der Welt überqueren.</div>
<p>
<div align="justify">Am ersten Tag versuchten wir möglichst wenig aufzusteigen, um nicht gleich wieder mit AMS konfrontiert zu werden. Wir stiegen ungefähr 100 m auf 4400 m und errichteten unser Nachtlager. Am nächsten Tag wollten wir einen kräftigen Aufstieg von 400 m hinter uns bringen und für die folgende Nacht wieder etwas absteigen. Seicht ging es zwischen Yakweiden nach oben, bis wir auf halber Strecke in starken Regen kamen. Durch Regen und Sauerstoffmangel erschöpft beschlossen wir auf halber Höhe die Zelte aufzuschlagen und uns etwas auszuruhen.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">So schnell auf einer so großen Höhe zu schlafen war ein großer Fehler, denn am nächsten morgen hatten zwei von uns vieren starke Symptome von AMS und wir mussten sofort mit dem Abstieg beginnen, wobei der grösste Teil des Gepäcks auf die restlichen zwei verladen werden musste.Nach zwei Nächten Akklimatisierung auf 4400 m waren wir alle wieder guter Dinge und machten einen zweiten Ansturm auf den Gebirgszug. Unterwegs trafen wir viele tibetische Nomaden die uns zu einem Yakbutteretee mit Zamba (mit Joghurt verknetetes angeröstetes Gerstenmehl, nicht jedermanns Geschmack) einluden, oder die sich Abends neben unser Zelt setzten und einfach nur extrem interessiert zuschauten wie wir leben.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Am siebten Tag nahmen wir den Pass in Angriff. Nachdem wir unser Lager auf 5300 m aufgeschlagen hatten (Mit AMS hatten wir durch den langsamen Aufstieg kein Problem mehr) suchten wir nach einer Lücke um die Berge zu überqueren. Die Nomaden, gut wie sie es mit uns meinten rieten uns umzudrehen und erklärten uns die Hänge seinen hier senkrecht, keine Chance zum Durchkommen. Dabei konnte man die Nomaden oft in Socken die steilsten Hänge hochrennen sehen, um irgendwo ein verloren gegangenes Yak einzufangen.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Obwohl wir nicht unter AMS litten, war die Höhe doch deutlich spürbar. Sie macht einen träge, kraftlos, größenwahnsinnig, verrückt. Mit Schritten kleiner als eine Schuhlänge und häufigen Pausen zum Luftholen kämpften wir uns eine Schottermoräne nach oben, an deren Ende ein noch steilerer Geröllberg wartete, hinter dem wir die andere Seite erwarteten. Nach einem schier endlos anmutenden Gekletter durch Geröll und über Felsen erreichten wir den Pass und stiegen auf der anderen Seite ab, froh die so menschenfeindliche Zone über 5000 m zu verlassen. Dazwischen entstand irgendwo über 5600 m ein Gipfelfoto.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Am Tag darauf erreichten wir den See, wo wir ein paar Nomaden trafen, die bereit waren uns für ein paar Dollars auf Ihren Motorrädern die 60 km zurück zur Strasse zu fahren, von wo wir uns einen Bus zurück nach Lhasa nahmen.</div></p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/steigerwald.wordpress.com/8/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/steigerwald.wordpress.com/8/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/steigerwald.wordpress.com/8/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/steigerwald.wordpress.com/8/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/steigerwald.wordpress.com/8/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/steigerwald.wordpress.com/8/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/steigerwald.wordpress.com/8/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/steigerwald.wordpress.com/8/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/steigerwald.wordpress.com/8/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/steigerwald.wordpress.com/8/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/steigerwald.wordpress.com/8/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/steigerwald.wordpress.com/8/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/steigerwald.wordpress.com/8/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/steigerwald.wordpress.com/8/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/steigerwald.wordpress.com/8/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/steigerwald.wordpress.com/8/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=steigerwald.wordpress.com&amp;blog=2492584&amp;post=8&amp;subd=steigerwald&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Jakob</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Wu Lu Mu Qi &#8211; 乌鲁木齐</title>
		<link>http://steigerwald.wordpress.com/2007/04/15/wu-lu-mu-qi-%e4%b9%8c%e9%b2%81%e6%9c%a8%e9%bd%90/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Apr 2007 16:37:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>steigerwald</dc:creator>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Urumqi]]></category>
		<category><![CDATA[Xinjiang]]></category>

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		<description><![CDATA[Was vor einigen Jahrzehnten noch eine kleine uighurische Oase war ist inzwischen eine Stadtmonstrum nach chinesischem Maßstab. Stürzt man sich hinein in das Leben weiß man manchmal nicht, ob man gerade in Shanghai, Istanbul oder Moskau ist: Sei es der uighurische Ananasverkäufer, der seine Kunden im Schatten eines chinesischen Wolkenkratzers mit russischem Techno anlockt oder [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=steigerwald.wordpress.com&amp;blog=2492584&amp;post=6&amp;subd=steigerwald&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
<div align="justify"><b>Was vor einigen Jahrzehnten noch eine kleine uighurische Oase war ist inzwischen eine Stadtmonstrum nach chinesischem Maßstab. Stürzt man sich hinein in das Leben weiß man manchmal nicht, ob man gerade in Shanghai, Istanbul oder Moskau ist: Sei es der uighurische Ananasverkäufer, der seine Kunden im Schatten eines chinesischen Wolkenkratzers mit russischem Techno anlockt oder der chinesische Schuhputzer, der einem einem in fließendem russisch erzählt die uighurischen Frauen seien die schönsten. Die Chinesen nennen Urumqi: „Wu lu mu qi“.</b></div>
</p>
<p>
<div align="justify">Meine Wohnung liegt in der „Urumqi special technologic and economic development zone“, ca. 12 km nördlich vom Zentrum. Wie überall in China ist auch hier der Name aufregender als das was dahinter steckt: Im Grunde genommen ein ganz normales, etwas wohlhabenderes Stadtviertel. Meine Wohnung ist groß und modern eingerichtet: Computer mit DSL Anschluss, Gästezimmer. Direkt vor meiner Haustür habe ich einen uighurischen Schaschlikmann, einen Hühnchenverkäufer (lebendige Hühner, muss man vielleicht beifügen) und einen kleinen Ramschmarkt (mit Ramsch meine ich die ganzen nützlichen chinesischen Alltagsgegenstände, die beim ersten mal Benutzen kaputt gehen).</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Als ich am ersten Morgen das Fenster geöffnet habe, um etwas frische Luft herein zu lassen, kam mir ein stechender Geruch nach Schwefel und Kohle entgegen. Der Himmel war orange-braun vor Smog. Das Problem besteht in vielen chinesischen Großstädten. Oft wird nur mit Kohle geheizt, und da die Anlagen extrem veraltet sind wird der ganze Dreck in die Luft geblasen. Die beiden Holländer, die hier auch gerade Praktikum machen, erzählten mir, im Winter sei noch viel schlimmer gewesen. In Xinjiang kann die Temperatur im Januar bis auf 40 Grad unter Null sinken. Da kann man nicht mal mehr die Spitzen der Häuser durch den Smog erkennen. Zum Glück wird es jetzt jeden Tag wärmer. Mittlerweile kann man schon den ganzen Tag im T-Shirt herumlaufen, und die Heizungen bleiben aus.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Zu meiner Arbeitsstelle sind es zu Fuß 20 Minuten. Alternativ gibt es auch den Bus für 10 Cent oder das Taxi für 60 Cent. Von den Chinesen bekomme ich oft zu hören: „Du bist doch Weißer, warum nimmst du dir nicht ein Taxi zur Arbeit?“. Um solchen Vorschlägen ein für alle mal zu begegnen habe ich mir jetzt das aller rückständigste in China gekauft &#8211; ein Fahrrad. Für umgerechnet 10 EUR ein vollgefederte Mountainbike. Leider ist es auch Ramsch, denn nach 2 Minuten Fahrt ist der Lenker abgebrochen. Der neue Lenker ist von gleichen Typ, aber ich fahre jetzt vorsichtiger.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Die Arbeit bei Goldwind, dem grössten Windturbinenhersteller Chinas, beginnt morgens mit der Einheitsgymnastik: Die gesamte Mitarbeiterschaft, von der Putzfrau bis zum Manager stellen sich für 10 Minuten auf dem Werksgelände in Reih und Glied auf und machen zu Lautsprecheranweisungen und dramatischer Filmmusik ein paar Aufwärmübungen. Danach beginnt die Arbeit in der Fertigung und den Büros. In den ersten drei Wochen wollte ich einen kleinen Überblick gewinnen, so war ich die erste Woche in der Produktionshalle, die zweite auf der Windfarm und in der dritten habe ich mir die verschiedenen technischen Abteilungen angeschaut.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Goldwind hat zur Zeit 500 Mitarbeiter. In den letzten fünf Jahren ist die Zahl jedes Jahr um durchschnittlich 50% gestiegen, d. h. Zur Zeit wird fast jeden Tag ein neuer Mitarbeiter eingestellt. Das Wachstum ist an vielen Stellen in China viel zu schnell, zumindest für unsere Begriffe. Wenn man mit dem Fahrrad ein bisschen durch die development zone pendelt, sieht an manchmal Teile von alten Dörfern, die hier noch vor 10 Jahren in der Wüste standen und von dem Wachstum der Stadt einfach überrannt wurden. Einmal habe ich ein altes Bauernhaus gesehen, das mitten auf einer großen Strasse in einem sauber angelegten Industriegebiet stand.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Die Woche in der Produktionshalle war sehr spannend. Die Arbeitsweise der Chinesen ist einfach sehr beeindruckend. Vor der Arbeit ist immer eine kurze Besprechung, das heißt alle stellen sich nebeneinander auf und der Chef geht schreiend und schimpfend die Reihe auf und ab. In der Werkshalle werden die Gondeln der 0,75 und der 1,5 MW Anlage montiert. Es ist unglaublich wie viele Chinesen auf einmal an einer Maschine arbeiten können ohne sich zu stören. Oft haben die Teile der chinesischen Zulieferer eine so schlechte Qualität, dass man z. B. auf einen frisch gelieferten Generator erst mal 10 Chinesen loslassen muss die ihn instand setzen. Da wird dann gehämmert, geschliffen, gestrichen, geschraubt, geschweißt und poliert, bis der Generator so neu aussieht wie er aussehen müsste. In der Produktion wird in zwei Schichten gearbeitet, d. h. zwölf Stunden pro Schicht, und oft auch am Wochenende.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Die zweite Woche auf der Windfarm war nicht minder spannend. Wenn die Chinesen etwas bauen ist es ja immer gleich maßlos groß, so auch die Windfarm. Etwa zwei Autostunden südlich von Urumqi steht der grösste Windpark Asiens. Scheinbar ohne Ziel oder geplantes Ende wird hier einfach eine Windmühle nach der anderen in die Wüste gesetzt. Untergebracht war ich in einer Arbeiter-WG in dem Dorf „Xin jiang hua gong chang“ (chin: Xinjianger Chemiewerk, mehr dazu später). 11 Männer die in zwei Räumen wohnen ist ganz schön anstrengend. Trotzdem war es sehr nett mit den Mechanikern. Sie gaben sich sehr Mühe Englisch zu sprechen, und ich gab mir sehr Mühe Chinesisch zu sprechen. Jeden Tag ging es hoch in die Gondel (ohne Sicherheitsgurt natürlich).</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Zu meiner Arbeitsstelle sind es zu Fuß 20 Minuten. Alternativ gibt es auch den Bus für 10 Cent oder das Taxi für 60 Cent. Von den Chinesen bekomme ich oft zu hören: „Du bist doch Weißer, warum nimmst du dir nicht ein Taxi zur Arbeit?“. Um solchen Vorschlägen ein für alle mal zu begegnen habe ich mir jetzt das aller rückständigste in China gekauft &#8211; ein Fahrrad. Für umgerechnet 10 EUR ein vollgefederte Mountainbike. Leider ist es auch Ramsch, denn nach 2 Minuten Fahrt ist der Lenker abgebrochen. Der neue Lenker ist von gleichen Typ, aber ich fahre jetzt vorsichtiger.</div></p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/steigerwald.wordpress.com/6/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/steigerwald.wordpress.com/6/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/steigerwald.wordpress.com/6/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/steigerwald.wordpress.com/6/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/steigerwald.wordpress.com/6/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/steigerwald.wordpress.com/6/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/steigerwald.wordpress.com/6/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/steigerwald.wordpress.com/6/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/steigerwald.wordpress.com/6/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/steigerwald.wordpress.com/6/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/steigerwald.wordpress.com/6/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/steigerwald.wordpress.com/6/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/steigerwald.wordpress.com/6/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/steigerwald.wordpress.com/6/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/steigerwald.wordpress.com/6/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/steigerwald.wordpress.com/6/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=steigerwald.wordpress.com&amp;blog=2492584&amp;post=6&amp;subd=steigerwald&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Der Zöllner vom Tian Shan</title>
		<link>http://steigerwald.wordpress.com/2007/03/28/der-zollner-vom-tian-shan/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2007 16:34:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>steigerwald</dc:creator>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzübergang]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon gegen Mittag war ein Großteil meiner Reisegefährten so besoffen, dass sie sich nicht mehr imstande fühlten die Zolldeklaration für die bevorstehende kasachisch-chinesische Grenze auszufüllen. Der chinesische Busfahrer jagte seinen fahrbaren Untersatz erbarmungslos über die Sandpiste, dabei schien ihm bei jedem Schlagloch die Zigarette aus dem Gesicht zu fallen, die man die gesamte Fahrt über [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=steigerwald.wordpress.com&amp;blog=2492584&amp;post=5&amp;subd=steigerwald&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
<div align="justify"><b><span><span>Schon gegen Mittag war ein Großteil meiner Reisegefährten so besoffen, dass sie sich nicht mehr imstande fühlten die Zolldeklaration für die bevorstehende kasachisch-chinesische Grenze auszufüllen. Der chinesische Busfahrer jagte seinen fahrbaren Untersatz erbarmungslos über die Sandpiste, dabei schien ihm bei jedem Schlagloch die Zigarette aus dem Gesicht zu fallen, die man die gesamte Fahrt über in seiner Zahnlücke glimmen sehen konnte. Im hinteren Busteil, wo die Flasche noch immer kreiste, drückte sich jedes Schlagloch in einer kleinen Wodkafontäne aus.</b></div>
</p>
<p>
<div align="justify">Die Strasse bestand aus einer breit gestreuten Anzahl von mehr oder weniger befahrenen Spuren im Sand, auf denen sich die 6 Busfahrer des Konvois ein Wettrennen lieferten. Vor uns erhoben sich direkt aus der Wüste die mächtigen Schneegipfel des Tian Shan, der Grenze zu China. Die Stewardess, die auch ordentlich einen über den Durst getrunken hatte, machte sich daran für die Grenze Ordnung zu schaffen. Die völlig Betrunkenen wurden in ihre Kojen (die chinesischen Sleeper-Busse habe ca 1,6 m lange Liegen) gelegt und die Soße aus verschütteten Getränken, Zigarettenstummeln und Lebensmittelresten auf dem Boden wurde beseitigt.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Vor uns lagen sechs Kontrollen: Der Eingang in den kasachischen Grenzbereich, die eigentliche Gepäck- und Personenkontrolle auf der kasachischen Seite, der Ausgang aus dem kasachischen Grenzbereich und das gleiche auf der chinesischen Seite noch einmal. Der erste kasachische Grenzer betrat unseren Bus: Eine riesige Gestalt, das braungebrannte Gesicht tief versteckt hinter der dicken Pelzmütze, auf dem Rücken ein bejahrtes Schießeisen. Nachdem er eine Runde mit der Stewardess geflirtet hatte, und mit seinem Knüppel ein bisschen in den Betten der Betrunkenen herumgestochert hatte, kam er zu mir. Ein Blick auf meine Immigrationskarte genügte, und er gab mir durch eine Handbewegung unmissverständlich zu verstehen ich solle ihm folgen. Im Vorbeigehen flüsterte die Stewardess mir noch ins Ohr: ?You don’t understand any Russian!“.</div>
</p>
<p>
<div align="justify"><span><span>Bei der Einreise hatte ich mir die Immigrationskarte dummerweise nur bis zum 14. ausstellen lassen. Da ich aber dann auf einmal bis zum 15. in Kasachstan bleiben musste, wollte ich Probleme bei der Ausreise umgehen indem ich einfach aus der 1 vorsichtig eine 2 machte. Im Nachhinein muss ich zugeben, dass das ein großer Fehler war, denn so vorsichtig ich die Zahl auch ausgebessert hatte, das geübte Auge des Grenzers hatte es sofort erkannt.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Wir entfernten uns ein Stückchen vom Bus und blieben erst hinter einem Stacheldrahtverhau stehen. Der Grenzer fragte mich wo ich herkomme, was ich hier mache und vor allem wer diese Zahl ausgebessert habe. Ich hatte mir jedoch vorgenommen, mich an die Anweisungen der Stewardess zu halten und gab einfach keine Antwort. Wir gingen zurück zum Bus und er bat die Stewardess zu übersetzen. Ich erklärte der Stewardess mein Problem auf englisch und überlegte mit ihr, was man am besten sagen sollte. Plötzlich bekam ich den Ellbogen des Grenzers mit solcher Wucht in die Rippen, dass ich fast ohne eigenen Energieaufwand im Bus landete. ?Haut ab“ rief er auf russisch und grinste freundschaftlich. Innerlich bedankte ich mich bei ihm für den blauen Fleck. Der Rest der kasachischen Grenze verlief gut, wenn auch mühselig und langwierig. Als die Soldaten die letzte Schranke vor dem Grenzfluss für unseren Konvoi öffneten war mir schon etwas leichter zumute.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Die Grenze die ich soeben überfahren habe ist eine kulturelle Wasserscheide wie sie extremer kaum sein kann. Die Orientierung in Kasachstan geht noch vollkommen nach Westen, nach Europa. Die Menschen jenseits des Tian Shan jedoch schauen nach Osten, nach Peking und Shanghai. Und diese Grenze steht immer noch zwischen diesen beiden Kulturräumen wie ein eiserner Vorhang, ohne Übergang.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Die chinesische Grenzstation hatte die Ausmasse eines mittleren Flughafens mit einem riesigen Paradeplatz auf dem sich quadratisch angeordnete Soldatengruppen im Stechschritt übten. Die Formalitäten verliefen um ein Vielfaches effizienter als auf der kasachischen Seite, wenn auch die Passkontrolle bei mir fast eine halbe Stunde dauerte. Der Grenzer schaute meinen Pass interessiert durch, schaute mich genau an, befragte mich in tadellosem Russisch über Gott und die Welt und holte schließlich seine Kollegen herbei, um ihnen auch einen Blick in meinen Pass zu gönnen. Wie ich später von meinen Mitfahrern erfuhr war das bloße Neugier. Anscheinend kommen über diesen Grenzübergang nicht so viele Ausländer, so dass ein deutscher Pass schon zum Highlight werden kann. Meine Mitfahrer waren allesamt Kasachen, die mit leeren Rucksäcken nach China fuhren, zum &#8222;Shopping“ wie sie sagten. In China sind die Preise für viele Gebrauchsgüter oft nur 1/5 so hoch wie in Kasachstan.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Kurz nach der Grenze wurde die Sandpiste zu einer sechsspurigen Autobahn, die Seidenstraße der Moderne. China baut und baut und rüstet sich für eine Zukunft, in der 1,3 Milliarden Menschen mit dem Auto fahren. Auf dem Weg dahin wirkt es wie ein Magnet: Anziehend für Menschen, Rohstoffe und Kapital; abstoßend für Waren. Auch ich befinde mich im Sog dieses Magneten, allerdings bleibe ich am Rand, in Urumqi.</div></p>
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		<item>
		<title>Übernachten in Almaty</title>
		<link>http://steigerwald.wordpress.com/2007/03/14/ubernachten-in-almaty/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Mar 2007 16:50:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>steigerwald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Almaty]]></category>
		<category><![CDATA[Hotel]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>

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		<description><![CDATA[Mitten in der Nacht begann in meinem Hotelzimmer das Telefon zu läuten. “Vermutlich Prostituierte” dachte ich und ließ mich nicht weiter davon stören. Nach einer halben Stunde Telefonterror wurde ich doch etwas neugierig und hob ab. Zu meiner Überraschung hörte ich eine männliche Stimme am anderen Ende der Leitung “hello” sagen. Ich legte auf und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=steigerwald.wordpress.com&amp;blog=2492584&amp;post=4&amp;subd=steigerwald&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
<div align="justify"><b>Mitten in der Nacht begann in meinem Hotelzimmer das Telefon zu läuten. “Vermutlich Prostituierte” dachte ich und ließ mich nicht weiter davon stören. Nach einer halben Stunde Telefonterror wurde ich doch etwas neugierig und hob ab. Zu meiner Überraschung hörte ich eine männliche Stimme am anderen Ende der Leitung “hello” sagen. Ich legte auf und zog den Stecker. Mir kam die Sache langsam etwas spanisch vor. Plötzlich klopfte es laut an meiner Zimmertür.</b></div>
</p>
<p>
<div align="justify">Viel geschlafen habe ich in der Nacht nicht, zumal die Klospülung und der Wasserhahn der Badewanne extreme laut und natürlich nicht im Takt tropften (zu einem Waschbecken hat es in dem Bad wohl nicht mehr gereicht, sonst hätte das sicher auch fleißig mitgetropft). Mein zweites Hotel in Almaty war also kein Glücksgriff: Das heruntergekommene Äußere, das unfreundliche Personal und die muffeligen Zimmer hätte ich ja gern akzeptiert für 30 Dollar, aber so eine Nacht mache ich nicht noch einmal mit.Die Nacht zuvor war ich für 120 Dollar im “Hotel Almaty” untergebracht. In meinem erst zwei Jahre alten Guidebook war dieses Hotel mit 10 Dollar pro Nacht als beste Adresse für Budgettouristen dargestellt, woraufhin ich mir vom Bahnhof ein Taxi direkt dorthin genommen hatte. Die Preissteigerung von 1200% überraschte mich natürlich einigermaßen, und ich beschloss mich nach einem günstigeren Schlafplatz umzuschauen.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Da mich das hoteleigene Taxi natürlich nicht zur Konkurrenz bringen wollte, und mir das hiesige Bussystem (ob es da wirklich ein System gibt, sei mal dahingestellt) noch unbekannt war, machte ich mich zu Fuß auf den Weg die günstigen Hotels in der Innenstadt abzuklappern.Mit meinem gesamten Gepäck auf dem Rücken musste ich sehr auf der Hut sein möglichst nicht in das Blickfeld einer Milizstreife zu kommen. In Zentralasien gibt es immer noch zahlreiche Polizisten, die Jagd auf Touristen machen. Berichten zufolge kontrollieren sie den Pass (den man per Gesetz immer mit sich führen muss) und geben ihn erst gegen hohe Geldsummen wieder heraus.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Nach einer Stunde Fußweg durch das Zentrum stand ich etwas niedergeschlagen wieder vor dem “Hotel Almaty” und buchte das billigste Zimmer für eine Nacht. Auf meinem Weg hatte ich zwei Hotels gefunden, von denen aber eines vorübergehend geschlossen, und das andere mit der Begründung “ zu gefährlich” für Ausländer nicht zugelassen war. Nachdem ich mein 120 Dollar Zimmer bezogen hatte machte ich mich ohne Rucksack auf die Suche nach einer günstigeren Unterkunft für die folgenden Tage. Dabei stieß ich schließlich in einem heruntergekommenen Viertel in der Nähe des Bahnhofs auf das “Hotel Transit”, über das ich am Anfang geschrieben habe.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Am dritten Tag traf ich durch einen glücklichen Zufall drei junge Norweger an einer Bushaltestelle, die sich für 10 Tage eine kleine Wohnung gemietet hatten. Bei ihnen konnte ich die restlichen 6 Tage bis zur Abfahrt meines Busses nach Urumqi einziehen. Ja, wenn man mitten in Zentralasien plötzlich Norweger trifft, ist das als würde man in Berlin jemanden aus dem heimatlichen schwäbischen Nachbardorf treffen.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Almaty als Stadt hat nicht besonders viel zu bieten: 1,2 Mio. Einwohner besiedeln ein schachbrettartiges Muster aus alten Sowjetplatten und neueren Wohnsilos im chinesischen Schlößchenlook. Trotz allem ist mir dieses Land nicht unsympathisch. Es ist wunderbar sich in diesem Meltingpot der Kulturen zu bewegen (die auch noch alle russisch sprechen). Arabische, chinesische und russische Einflüsse mischen sich mit den Turkkulturen Zentralasiens. Die Tatsache, dass die Hautfarben so bunt durchmischt sind ist auch ein Grund warum man als Tourist kaum erkannt wird (außer natürlich man läuft mit einem Wanderrucksack und Stadtplan in der Hand durch das Zentrum). Ein weiterer Standortfaktor ist der hervorragende “Donner-Kebab” (Döner) den es hier an jeder Straßenecke gibt, und der alle mir bekannten Dönerspezialitäten in den Schatten stellt.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Morgen früh um 6:30 fährt mein Bus nach Urumqi. “Sayran Awtowoksal” heißt der Busbahnhof, ein riesiger dreckiger Platz vor der Stadt, auf den von allen Richtungen Busse brettern, und ihn ebenso wieder verlassen. Ich bin gespannt, ob das gut gehen wird.</div></p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/steigerwald.wordpress.com/4/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/steigerwald.wordpress.com/4/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/steigerwald.wordpress.com/4/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/steigerwald.wordpress.com/4/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/steigerwald.wordpress.com/4/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/steigerwald.wordpress.com/4/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/steigerwald.wordpress.com/4/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/steigerwald.wordpress.com/4/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/steigerwald.wordpress.com/4/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/steigerwald.wordpress.com/4/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/steigerwald.wordpress.com/4/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/steigerwald.wordpress.com/4/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/steigerwald.wordpress.com/4/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/steigerwald.wordpress.com/4/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/steigerwald.wordpress.com/4/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/steigerwald.wordpress.com/4/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=steigerwald.wordpress.com&amp;blog=2492584&amp;post=4&amp;subd=steigerwald&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Durch das wilde Kasachstan</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Mar 2007 16:42:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>steigerwald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grenzübergang]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Transsib]]></category>

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		<description><![CDATA[Irgendwann in der Nacht vom 4. auf den 5. März wurde der unbarmherzige Einreisestempel zum letzten Mal auf meinen Reisepass gehauen. Informationskarte, Visum, Zolldeklaration (das ist der Zettel, auf dem man überall &#8222;njet&#8220; ankreuzen muss) &#8211; alles hatte gestimmt. Die Truppe marschierte zum nächsten Abteil, und ich wischte mir den üblichen Grenzschweiss von der Stirn. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=steigerwald.wordpress.com&amp;blog=2492584&amp;post=3&amp;subd=steigerwald&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><b>
<div align="justify">Irgendwann in der Nacht vom 4. auf den 5. März wurde der unbarmherzige Einreisestempel zum letzten Mal auf meinen Reisepass gehauen. Informationskarte, Visum, Zolldeklaration (das ist der Zettel, auf dem man überall &#8222;njet&#8220; ankreuzen muss) &#8211; alles hatte gestimmt. Die Truppe marschierte zum nächsten Abteil, und ich wischte mir den üblichen Grenzschweiss von der Stirn. Jetzt war ich also in Kasachstan, einem Land, in dem die Bevölkerungszahl Moskaus auf der Fläche ganz Westeuropas lebt.</div>
</p>
<p></b></p>
<p>
<div align="justify">Seit insgesamt drei Tagen sitze ich bereits im Zug, und noch zwei Tage sind es bis Almaty, der grössten Stadt Kasachstans. Von dort aus sind es dann nur noch 30 Stunden Zugfahrt bis zu meinem Ziel Urumqi in Xinjiang (China). Den Fahrplan dafür gab es auf der Homepage der Deutschen Bahn mit dem freundlichen Hinweis: „Achtung, es gilt Auslandstarif“.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Mein Abteil teilte ich mit drei Kasachen: einem „Komandirovka“ der kasachischen Armee und zwei jungen Burschen die auch nach Urumqi wollten. Einer spindeldürr mit chinesischen Zügen und der andere wohlgenährt (gelinde gesagt) und wie ein Araber aussehend gaben sie ein lustiges Pärchen ab. Sie wollten in Urumqi irgendein „biznes“ (Business) starten, was genau konnte ich nicht herausbekommen. Auf jeden Fall luden sie mich sofort in ihre Wohnung in Almaty ein um dann mit ihnen mit dem Taxi nach Urumqi zu fahren. Mit dem Taxi!!! 800 km über den Tian-Shan Gebirgszug, im Winter! Das I-Tüpfelchen war die Begründung es sei auch noch billiger als der Zug. Ich bin ja für Abenteuer aller Art immer gern zu haben, aber das ist dann doch zuviel. Ich lehnte dankend ab da mir die beiden auch nicht ganz geheuer waren.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Seit der Grenze wurde unser Zug von einer nie endenden Flut Händlern bevölkert. Sie drängelten sich durch den Gang und im Minutentakt schaute ein braungebranntes, Dreck verschmiertes Gesicht in unser Abteil und pries mit strahlender Miene seine goldenen Uhren, eingelegten Gurken, Bustickets nach Usbekistan oder chinesischen Handys an. Bei T-Shirts für unverschämte 200 Tenge (ca. 1,2 EUR) konnten meine Reisegefährten nicht mehr widerstehen, und kauften dem Händler fast seinen gesamten Vorrat ab.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Ich interessierte mich mehr für die Landschaft, die ewige kasachische Hungersteppe. Zwei Tage lang nichts als Flachland, kein Baum, kein Strauch, keine Strasse. Während am ersten Tag noch eine von Schnee bedeckte Grasebene zu sehen war, wurde es gegen Süden immer trockener und steiniger. Das Gras verschwand, und man sah man statt dessen Bohrtürme aus dem Boden sprießen.</div>
</p>
<p>
<div align="justify">Ja, Kasachstan ist ein reiches Land. Unter der schlichten Landschaft verbergen sich immense Rohstofflager. Schade, dass nur eine kleine Elite von diesem Reichtum profitiert. Der große Rest der Bevölkerung ist bettelarm. Am Morgen des 4. Tages nach Moskau war die Reise zu Ende. Um 6 Uhr stand ich am Bahnhof von Almaty wieder ganz allein mit meinem Rucksack in der Dunkelheit.</div></p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/steigerwald.wordpress.com/3/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/steigerwald.wordpress.com/3/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/steigerwald.wordpress.com/3/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/steigerwald.wordpress.com/3/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/steigerwald.wordpress.com/3/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/steigerwald.wordpress.com/3/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/steigerwald.wordpress.com/3/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/steigerwald.wordpress.com/3/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/steigerwald.wordpress.com/3/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/steigerwald.wordpress.com/3/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/steigerwald.wordpress.com/3/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/steigerwald.wordpress.com/3/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/steigerwald.wordpress.com/3/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/steigerwald.wordpress.com/3/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/steigerwald.wordpress.com/3/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/steigerwald.wordpress.com/3/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=steigerwald.wordpress.com&amp;blog=2492584&amp;post=3&amp;subd=steigerwald&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Das Paris Sibiriens</title>
		<link>http://steigerwald.wordpress.com/2004/03/24/das-paris-sibiriens/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Mar 2004 15:51:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>steigerwald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Irkutsk]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sibirien]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt möchte ich erst ein paar Daten zu Irkutsk und Umgebung loswerden. Irkutsk hat etwa 600 000 Einwohner und ist Hauptstadt des Irkutsker Oblast (vergleichbar mit Bundesland). Russland ist in 89 Oblasti eingeteilt. Der Irkutsker ist etwa doppelt so groß wie Deutschland und beherbergt etwa 2,5 Millionen Menschen (zum Vergleich: In Deutschland leben etwa 80 [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=steigerwald.wordpress.com&amp;blog=2492584&amp;post=13&amp;subd=steigerwald&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><b> </b></p>
<p><b>Jetzt möchte ich erst ein paar Daten zu Irkutsk und Umgebung loswerden. Irkutsk hat etwa 600 000 Einwohner und ist Hauptstadt des Irkutsker Oblast (vergleichbar mit Bundesland). Russland ist in 89 Oblasti eingeteilt. Der Irkutsker ist etwa doppelt so groß wie Deutschland und beherbergt etwa 2,5 Millionen Menschen (zum Vergleich: In Deutschland leben etwa 80 Millionen Menschen). Irkutsk liegt an der Angara, dem einzigen Abfluss des Baikalsee, etwa 50 km von ihm entfernt. Irkutsk ist für russische Verhältnisse eine sehr weltoffene Stadt.</b></p>
<p>In den Zeiten des Sozialismus gehörte sie zu den wenigen Städten Sibiriens, die für Ausländer geöffnet war. Inzwischen findet man hier neben restaurierten russischen Kirchen mit Zwiebeltürmen, Moscheen, Synagogen und buddhistische Tempel. Es gibt eine große Universität, ein berühmtes Theater und die einzige Fußgängerzone Sibiriens. Auf der anderen Seite ist die Kriminalität extrem hoch und ein großer Teil der Haushalte haben immer noch kein fließend Wasser. In Irkutsk befindet sich ein riesiges Wasserkraftwerk. Der Ganze Baikal wurde dabei um mehrere Meter angestaut, so dass ganze Dörfer versanken. Bis heute wurde das Kraftwerk noch nie zu mehr als 60% ausgelastet, ganz einfach, weil die Leute nicht mehr Strom brauchen. Ansonsten lebt Irkutsk hauptsächlich von der Rohstoffwirtschaft. In den Vorstädten befinden sich monströse Holz und Erdölkombinate, außerdem wird nicht weit von hier Kohle abgebaut.</p>
<p>Es war ein Mittwoch, als ich das erste mal nach Irkutsk bin. Wir (Tim und ich) wollten mit unserem Kleinbus reinfahren. Zu diesem Schrottkübel muss ich noch kurz ein paar Worte loslassen. Es handelt sich um einen alten, kleinen Nissan-Van. Ich glaube jeder kennt die vom sehen: höher als lang, so schmal wie ein Trabi und ziemlich wackelig auf den Beinen. Er hat, wie viele Autos hier, das Steuer auf der rechten Seite, obwohl man hier auch auf der rechten Seite fährt. Das liegt daran, dass in Japan ausrangierte Wagen direkt hierher verscherbelt werden. Natürlich hat unser Kleinbus auch die Schrammen und Beulen, die hier einfach Pflicht für jedes Auto sind. Des weiteren hat die Fahrertür keinen Griff (mehr) und die Schiebetür geht nur halb zu. Vor jeder Fahrt muss man natürlich jegliche Flüssigkeiten nachfüllen, da alles ein Leck hat. Tanken muss man mit dem Eimer, da Benzin in Fässern billiger ist als an der Tankstelle. Während der Fahrt muss man alle 15 Minuten anhalten und die Türen aufmachen, weil der Auspuff irgendwie nach innen geleitet wird. Des Weiteren muss man nach jeder Fahrt den Schnee aus dem Kofferraum schaufeln, weil dort irgendwo ein Loch ist. Waehrend der Fahrt meint man das Auto verliere pro Meter etwa ein Teil, und man kann sich wegen dem Hoellenlärm ungefähr so gut wie in einer Disko unterhalten. Also, soviel zu unserem &#8222;Auto&#8220;.</p>
<p>Es ist ein milder Tag, um die 20 Grad minus, aber die Februarstürme sind gerade voll im Gange, und machen die angenehmen -20 zu ziemlich kalten -40 Grad gefühlter Temperatur. Nach einiger Zeit hat Oleg, unser Fahrer, das Auto dann doch noch angekriegt. Jetzt müssen wir uns nur noch eine halbe Stunde gedulden. In Russland ist es so Sitte, das Auto eine halbe Stunde lang warmlaufen zu lassen, völliger Blödsinn find ich, aber egal. Schließlich fahren wir den Weg zur Strasse entlang. Bis jetzt sind wir noch im Wald, und es sind noch keine Schneewehen zu sehen. Mit 70 km/h brettert Oleg über den vereisten Weg. Bei jedem Schlagloch meint man jetzt sei es soweit. Nach fünf Kilometern kommen wir aufs offene Feld. In der Ferne ist schon die Strasse sichtbar. Jetzt kommen aber auch die Schneewehen. Oleg gibt noch mehr Stoff. Eine Ein-Meter-Schneewehe geht noch mit ein bisschen Schwung, aber alles darüber ist zu viel. Etwa 200 m vor der Strasse sitzen wir fest. Das Auto ist bis zur Frontscheibe in den Schnee eingegraben. Zum Glück liegen Schaufeln im Kofferraum. Obwohl es noch mehr Schaufeln hätte, blieben die zwei Frauen wie selbstverständlich im Auto sitzen. Nicht dass ich das schlimm fände, so ist das hier einfach. Im Gegenzug wird hier kein Mann sich dazu bewegen, vom Tisch aufzustehen, um etwas zu holen. Ein bisschen veraltet, diese Mentalität.</p>
<p>Draußen weht ein eiskalter Sturm von Norden her. Zuerst mal hat er mir die Schaufel aus der Hand geweht. Dann haben wir zu dritt angefangen das Auto auszugraben. Nach einer halben Stunde war es frei, aber vor uns lagen noch ein paar solche Schneewehen. Nach zwei Stunden hatten wir letztendlich die 200 m bis zur Strasse geschafft. Zwischendurch haben wir einmal Pause gemacht, um Schokolade zu essen. Die Kälte raubt enorm viele Kräfte wenn man draußen ist.</p>
<p>Auf der Strasse angekommen ging es dann schnurstracks die 50 km nach Irkutsk. Das erste was ich von Irkutsk sah, war ein riesiges Betonschild über der Strasse, auf dem in fetten Buchstaben &#8222;Irkutsk&#8220; stand. Der Sowjetstern daneben war einfach weggehämmert. Nach etwa fünf Minuten konnte man die Stadt erspähen. Dann mussten wir erst mal die &#8222;Stadtmauer&#8220; passieren. Das ist einfach eine Betonbarrikade, die von der Armee kontrolliert wird. Wir durften jedoch ohne Probleme passieren. Irgendwie hat mich das an Israel erinnert. Dann ging es weiter, vorbei an den qualmenden Schloten der Kombinate, durch Viertel, in denen die Menschen in Holz- und Blechhütten wohnten, vorbei an endlosen, gleich aussehenden Reihen hässlicher Plattenbauten bis ins Zentrum. In einer Russischen Stadt die Stadtmitte zu finden ist ganz einfach: Man fahre solange in die Stadt rein, bis man auf die Uliza Lenina (Leninstrasse) treffe. Auf ihr fahre man dann solange, bis sie die Uliza Karla Marxa (Karl-Marx-Strasse) kreuze. Dann ist man genau im Zentrum.</p>
<p>Auf jeden Fall ließ uns Oleg irgendwo im Zentrum raus. Ich hatte eigentlich versucht, mich russisch zu kleiden, aber irgendwie haben uns alle komisch angeschaut. Die haben alle gleich gemerkt, dass wir Ausländer sind. Russen tragen entweder dunkle Farben (schwarz oder dunkelgrau) oder Fleckentarn, der auch bei Frauen sehr beliebt ist. Die Armee hat hier halt immer noch einen sehr hohen Stellenwert. So gut wie jeder hat ein Pelzmütze, Pelzhandschuhe und Filzstiefel an. Außerdem läuft hier jeder mit einer Plastiktüte rum, ich hab noch nie jemand mit Rucksack gesehen, aber dazu komm ich spaeter noch. Während wir so überlegen, was wir jetzt als erstes machen, macht es hinter mir plötzlich &#8222;uiuit&#8220;, wie wenn jemand in einem Holywoodfilm seine Limousine aufschließt. Ich dreh mich um und seh hinter mir einen feine Dame, die mit ihrer Fernbedienung gerade ihren verrosteten Lada Baujahr Vorkriegszeit aufschließt. Nachdem sie das Lenkradschloss entfernt hat holt sie unter dem Sitz eine Kurbel hervor, steckt sie vorne in den Kühlergrill und kurbelt so ihr Auto an, mir ist echt der Mund offen geblieben.</p>
<p>Auf den Strassen sieht man hier entweder ausrangierte japanische Autos, oder russische Modelle. Ab und zu sieht man mal einen Mercedes S-Klasse oder einen amerikanischen Geländewagen. Mittelklasseautos wie einen VW oder einen Renault hab ich hier noch nie gesehen. Nicht zu übersehen sind hier auch die vielen Holz- und Kohlelaster, meist alte russische Modelle, total nostalgisch. Die Strasse bestehen aus in den Schnee gefahrenen Spurrinnen, geraeumt wird nicht. Die Strassen sind spiegelglatt. Jeder gibt Gas so gut er kann.</p>
<p>Tim schlug dann vor, wir könnten erst mal ein Schaschlik essen gehen. Damit war ich voll und ganz einverstanden. Nach dem kargen Essen im Dorf hatte ich mal wieder so richtig Lust auf etwas Deftiges. Außerdem wollte ich auch mal gern ein russisches Restaurant sehen. Das Restaurant sah dann so aus: Am Straßenrand stand ein Mongole mit Frau hinter einem kleinen Grill. Daneben stand eine Bierbank, ein Biertisch und ein Sonnenschirm mit Palmenstrand drauf. Der Grillmeister war nett, ließ mit sich handeln und die Schaschliks waren gut. Dazu gab es einen Plastikbecher Instant-Kaffee. Als Polster diente ein Stück Pappe und als Tischdecke eine Plastikfolie. Irgendwie fand ich es stylisch, bei minus 20 Grad unter einem Sonnenschirm mit Palmenstrand zu sitzen. Dann sind wir erstmal Richtung Marktplatz gelaufen, und was ich dort gesehen habe, hat mich richtig geschockt: Eisbuden, eine neben der anderen. Ich meine Speiseeis, am Stiel oder in der Waffel. Das ist einfach der Hammer. Naja, ich hab keins gegessen, mir war es kalt genug.</p>
<p>Dann sind wir erst mal einkaufen gegangen. Supermarkt gibt es hier keinen. Es gibt nur kleine Stände und Kiosks, höchstens 1,50 m breit. Zum Beispiel ein Haushaltswarenkiosk hat hier vielleicht eine Waschmaschine, zwei Wasserkocher, zwei verschiedene Besteck-Sets, und das wars, der Nächste hat vielleicht etwas anderes im Sortiment. Die einzigen Läden, die mehr als eine Person Verkaufspersonal haben, sind vom Westen gesponserte Geschäfte wie Adidas, Panasonic oder Kodak. Am originellsten finde ich hier aber die Tütenstände: Hier werden Plastiktüten aller berühmten westlichen Marken verkauft. Der neuste Hit ist gerade eine Plastiktüte mit einem BMW-Logo drauf.</p>
<p>Das Einkaufen ist hier gar nicht so einfach. Es gibt im Grunde genommen fast alles, aber man muss es erst mal finden. Hier gibt es nicht einfach einen Baumarkt oder einen Müller. Außerdem kann es sein, man kauft an einem Kiosk 10 Artikel, bekommt aber keine Tüte dazu, dafür gibt es ja die Tütenstände. Selbstbedienung ist nirgends angesagt. An jedem Stand ist jedes Produkt schön, säuberlich mit Preis ausgestellt. Man zeigt dann auf das entsprechende Produkt und der Verkäufer holt es unter dem Ladentisch hervor. Oft ist aber die verfügbare Menge unter dem Ladentisch sehr gering, wie zum Beispiel neulich beim Zigaretten kaufen. Ich rauche jetzt &#8222;Pjotr Adin&#8220; (Peter der Erste). Die schmecken fast wie blaue Gaulloises und befinden sich in der mittleren Preisklasse, d.h. die Schachtel kostet 2,80 Rubel (umgerechnet ca. 8 Cent). Natürlich musste ich mich für eine gute Zeit eindecken, weil ich nicht wusste, wann ich wieder nach Irkutsk kommen würde. Also bestellte ich gleich eine ganze Stange. Der Verkäufer meint, er habe nur noch drei Schachteln. Zwei holt er unter dem Tisch hervor und eine nestelt er umständlich aus der schönen Dekoration. Der nächste Stand hat immerhin fünf Schachteln, und der übernächste hat zwei. Also musste ich drei Stände leerlaufen, nur um eine Stange Zigaretten zu bekommen. So ging es mir bisher ziemlich oft.</p>
<p>Dann gingen wir noch kurz nach &#8222;Südostasien&#8220;, den Chinesenmarkt. Hier nehmen Qualität und Preis noch stärker ab, als auf russischen Märkten. Überhaupt ist Qualität hier ein Fremdwort. Glühbirnen zum Beispiel halten hier höchstens zwei Wochen. Das ist total lästig. Ich weiß nicht wie lange sie bei uns halten, aber auf jeden Fall einiges länger.</p>
<p>Nach einem anstrengenden Einkaufstag nehmen wir uns eine Marschroutka (Sammeltaxi) zu Tims Wohnung. Er hat sich hier in so einem Plattenbau ein Zimmer untergemietet. Das war meine erste und hoffentlich letzte Nacht in einem russischen Plattenbau. Die Philosophie ist hier so: Die Plattenbauten werden mit Strom beheizt, den es ja in Hülle und Fülle gibt. Heizungsregler gibt es nicht, viel zu aufwendig und teuer die einzubauen. Es wird einfach so stark geheizt, dass es auf jeden Fall jedem warm ist. Wem es zu warm ist, der kann ja das Fenster aufmachen. Tim hat in seinem Zimmer Tag und Nacht das Fenster offen, aber ich konnte trotzdem nicht schlafen, so heiß war es.</p>
<p>Am nächsten morgen hab ich mich alleine auf den Heimweg gemacht, weil Tim noch etwas in Irkutsk bleiben musste. Zuerst bin ich mit der Straßenbahn zum Busbahnhof gefahren, und wollte mir dort ein Ticket kaufen. In Russland sollte man ein paar Regeln beachten: Halte dich von Besoffenen fern, geh nachts nicht alleine durch die Stadt, und wenn, dann auf keinen Fall durch Parks. Ersteres wurde mir dadurch erschwert, dass der ganze Busbahnhof voll von besoffenen, komischen Gestalten war. Ich hab mich dann aber an einer der ewigen Schlangen angestellt, um ein Ticket zu kaufen. Nach langem Warten, machte die Verkaeuferin zwei Leute vor mir ihren Schalter zu, sie habe Mittagspause. Ich hatte mich nun eine halbe Stunde angestellt, und jetzt macht die dumme Kuh zu. Dann stellte ich mich an dem naechsten Schalter an, aber dann kamen da so komische Gestalten die Geld wollten, da hatte ich kein Bock mehr. Ich bin aus dem eckligen Busbahnhof rausgerannt, und hab mir einen Taxi zum Dorf genommen, fuer 350 Rubel (10 Euro). Bis heute ist mir der Busbahnhof noch total unsympathisch, an alles andere hab ich mich so ziemlich gewoehnt.</p>
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